13. Juli 2022

Darf ich dir Feedback geben? – Wie du noch effektiver Feedback gibst

Feedback ist eines der wichtigsten Tools in unserer Gesellschaft. Jeden Tag, egal wo wir hingehen oder was wir tun, erhalten wir unterschiedlichste Formen von Feedback. Doch was kannst du tun um Feedback bewusster wahrzunehmen und effektiver zu geben?

Was ist Feedback eigentlich? Jedes Feedback ist eine Lernmöglichkeit.

Häufig hat Feedback eine negative Konnotation und wird mit Kritik in Verbindung gebracht.

Feedback in seiner Reinform jedoch ist lediglich eine Rückmeldung oder Antwort unseres Gegenübers und unserer Umgebung auf unser Verhalten, Aussagen, Reaktionen, etc.

Was wir aus dieser machen und ob wir diese als positiv oder negativ interpretieren liegt in unserer Wahrnehmung. Wir interpretieren, basierend auf unseren Erfahrungen und unserem aktuellen befinden, wie das Feedback „gemeint“ war.

Damit bestimmen wir, wie wir das gegebene „neutrale“ Feedback aufnehmen und was wir daraus machen.

Feedback ist auch Selbstbeobachtung

Jedes Feedback, das wir erhalten, bewusst oder unbewusst, ist eine Möglichkeit zum Lernen, wenn wir Verantwortung für unsere Reaktion darauf übernehmen.

Feedback kann unser Verhalten bestärken oder infrage stellen. Wird unser Verhalten bestärkt nehmen wir dies häufig als „positives“ Feedback wahr, wird es infrage gestellt, als „negatives“ Feedback.

Da wir aber wissen, dass Feedback an sich neutral ist, wissen wir auch, dass wir diese Wahrnehmung beeinflussen können. Mit geschulter Wahrnehmung lässt sich dieser reaktive Prozess unterbrechen, was uns die Möglichkeit gibt zu reflektieren und diese Lernmöglichkeiten noch bewusster wahrzunehmen und zu nutzen.

Damit du Feedback noch bewusster wahrnehmen und empfangen kannst, solltest du anfangen dich selbst zu beobachten. Wie reagierst du, wenn du Feedback erhältst? Sobald du es schafft diesen reaktiven Punkt abzupassen, eröffnet sich dir die Möglichkeit zu reflektieren, warum du gerade auf diese Weise reagierst/reagieren wolltest. Und das ist der Moment in dem der Zauber beginnt, denn du nimmst das Feedback und dich nun viel bewusster wahr. Damit kannst du bestimmen, ob und wie du das Feedback annehmen und verarbeiten möchtest.

Fallstricke

Du kannst lernen Feedback bewusster wahrzunehmen. Das löst jedoch nicht die Herausforderung, dass Feedback, welches wir geben, häufig nicht gut oder gar nicht ankommt. Aber woran liegt das, abgesehen von der Wahrnehmung?

Ein Großteil des verbal gegebenen Feedbacks geben wir ungefragt an unserem Gegenüber. Dabei wissen wir nicht, ob dieser/diese gerade bereit ist dieses Feedback zu empfangen und aufzunehmen. Wir wissen nicht, wo er/sie gerade mit den Gedanken ist, wie es ihm/ihr geht, etc. Ist der Gegenüber nicht empfänglich für Feedback, stoßen wir auf Granit.

Auch der Kommunikationskanal kann dazu beitragen, dass ein Feedback nicht ankommt oder nicht angenommen werden kann. Insbesondere in unserer immer digitaler werdenden Welt. Feedback sollte niemals via Chat oder E-Mail gegeben werden. Das geschriebene Wort lässt sehr viel Raum für Interpretation, da es jegliche Emotion, Gestik und Mimik des Senders verhindert.

Es ist ebenfalls nicht immer sinnvoll Feedback direkt und in der gleichen Situation zu geben. Häufig passieren „Fehler“ bzw. es ergeben sich Lernmöglichkeiten in Druck- und Stresssituationen. Solch emotional geladene Situationen sind jedoch der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um Feedback zu geben und zu erhalten, da man sich leicht im Ton vergreifen kann und emotional sowie mental häufig nicht bereit ist Feedback aufzunehmen.

Wir stehen uns häufig selbst im Weg

Ein letzter wichtiger Punkt, warum Feedback falsch aufgenommen werden könnte bzw. manchmal nicht richtig ankommt, liegt in unseren Erfahrungen. Ich nenne es gerne die Landkarte auf der wir uns bewegen. Unsere Landkarte ist die Gesamtheit unserer Erfahrungen und des in der Vergangenheit gesammelten Feedbacks, welches wir positiv oder negativ interpretiert haben. Sie bestimmt wiederum unsere Reaktion auf neues Feedback und wie wir uns in unterschiedlichsten Situationen verhalten. Hat unser Gegenüber in ähnlichen Situationen häufig „Kritik“ (negativ interpretiertes Feedback) erlebt, wird er/sie eher eine Abwehrhaltung einnehmen und unserem gut gemeinten Feedback wenig aufgeschlossen gegenüberstehen und vise versa.

was kannst du tun, um besseres und effektiveres Feedback zu geben?
  • Frage dein Gegenüber zunächst, ob du ihm/ihr Feedback geben darfst. Dies zeugt von Respekt und Wertschätzung. Zusätzlich kann dein Gegenüber frei entscheiden, ob er/sie jetzt gerade Feedback empfangen möchte und sich darauf einstellen.

    Wichtig: Wenn er/sie verneint und gerade kein Feedback erhalten möchte, respektiere dies und bestehe nicht auf dein Feedback! Vielleicht ergibt sich eine bessere Gelegenheit zu einem anderen Zeitpunkt.
  • Wenn möglich, gib Feedback Face to Face. Für eine effektive Kommunikation sind Gestik, Mimik und Intonation wichtig und hilfreich. Sollte ein persönliches Gespräch nicht möglich sein, organisiere einen Video-Call oder ein Telefonat, um dein Feedback zu überbringen. Ein persönliches Gespräch ermöglicht es deinen Gegenüber ebenfalls Rückfragen zu stellen und mit dir eine Unterhaltung zu dem Thema zu führen. So können ggf. zusätzlich entstandene Missverständnisse aufgeklärt werden.
  • Bei der Formulierung solltest du darauf achten, dass du möglichst neutrale Sprache, sowohl in deiner Wortwahl, als auch deiner Intonation verwendest. So vereinfachst du es deinem Gegenüber das Feedback neutral aufzunehmen und zu verarbeiten.
  • Achte auf die Situation in der ihr euch befindet. Gibt es gerade sehr viel zu tun? Steht einer von euch unter Stress? Seid ihr umgeben von Menschen/Freunden/Arbeitskollegen? Idealerweise gibst du Feedback in einer ruhigen und entspannten Umgebung. Daher ist es manchmal sinnvoll die Kommunikation des Feedbacks auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
  • Und zu guter letzte die Königsdisziplin: Um dein Feedback möglichst effektiv zu platzieren ist Empathie ein unheimlich starkes Mittel. Bevor du dein Feedback überbringst, halte ein Moment inne und denk darüber nach, was du über deinen Gegenüber weißt. Was hat er/sie in der Vergangenheit bereits erlebt? Aus welchem kulturellen Umfeld kommt er/sie? Welche Werte hat diese Person? Etc. Passe dein Feedback entsprechend diesem Wissen und diesen Faktoren an, um somit noch mehr die „Sprache“ deines Gegenübers zu sprechen.

Nun wird es Zeit dieses Wissen in die Tat umzusetzen. Probiere die unterschiedlichen Tipps und Schritte aus, um herauszufinden, was für dich am besten funktioniert.

Wenn du Fragen oder Feedback für uns hast, komm gerne jederzeit auf uns zu.

Kristina Jessen

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